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Der Geist als Sieger über den Körper
Stürmer André Mücke vermittelt neue Trainingsmethodik bei Profis und im Nachwuchs
Es war das Paket, dass Stürmer André Mücke überzeugte, seinen Vertrag in Dresden zu verlängern. Der 29-Jährige denkt bereits an die Zeit nach dem Eishockey und in der Elbmetropole erhält er neben viel Eiszeit auch eine Perspektive für die Zukunft. Denn neben seiner regulären Tätigkeit als unermüdlicher Kämpfer im Team der Dresdner Eislöwen hilft „Fliege" auch im Nachwuchs aus und trainiert mit mehreren Jugendmannschaften. „Die Arbeit mit Kindern macht mir sehr viel Spaß und ich bin froh, dass ich hier in Dresden die Möglichkeit bekomme, den Nachwuchs zu unterstützen und den Club so weiter nach vorn zu bringen", sagt André Mücke, der erst kürzlich eine Ausbildung zum Life Kinetik Mannschaftstrainer in München über den ESCD e.V. erfolgreich absolviert hat.
Life Kinetik ist eine Trainingslehre, bei der es vor allem darum geht, die Leistungsfähigkeit des Gehirns zu erhöhen. Anhand von spezifischen Bewegungen und Handlungsabläufen sollen sich neue Nervenbahnen bilden, die dann helfen können, einen Sportler besser und vor allem reaktionsschneller zu machen. „Im Eishockey ist dies enorm wichtig. Dort geht es vor allem um die visuelle Wahrnehmung und das periphere Sehen und das Treffen von Entscheidungen in Sekundenbruchteilen", erklärt der frischgebackene Coach, der sein Wissen nicht nur im Nachwuchs, sondern auch in der ersten Mannschaft gewinnbringend einsetzen wird. Zunächst ist pro Woche eine Stunde lang eine Trainingseinheit mit den großen Eislöwen geplant. Eine simple Übung kann jeder zuhause ausprobieren: Man wirft zwei Jonglierbälle aus der Hand in die Luft, kreuzt die Arme und versucht die Bälle wieder zu fangen. „Die meisten scheitern beim ersten Mal daran", sagt André Dietzsch, sportlicher Leiter im Nachwuchs des ESC Dresden e.V.. Er und Cheftrainer Thomas Popiesch erhoffen sich viel von Life Kinetik. „Im Nachwuchs möchten wir unsere Kinder und Jugendlichen geistig und körperlich ausbilden, die später auch einen positiven Beitrag für unsere Gesellschaft leisten", sagt der ehemalige Profitorhüter. Die Handlungsschnelligkeit soll geschult und die Kapazität der Hirnnutzung erhöht werden. „Viele nutzen vielleicht zehn Prozent ihrer Hirnleistung, wir wollen die Kapazitäten möglichst voll ausschöpfen", sagt Dietzsch.
Mit dem Einsatz von Life Kinetik sind die Eislöwen nicht allein. Bereits 2009 führte Fußball-Erfolgstrainer Jürgen Klopp bei Borussia Dortmund solche Einheiten ein und ist begeistert. „Eines der spannensten Dinge, die ich in den letzten Jahren in meinem Sport entdeckt habe", sagt der Fußballlehrer über Life Kinetik und der Erfolg mit der erfolgreichen Titelverteidigung in diesem Jahr gibt ihm Recht. Im Eishockey nutzen die Straubing Tigers als Vorreiter diese Techniken. Von der deutschen Meisterschaft sind die Eislöwen natürlich noch weit entfernt. Aber vielleicht hilft ein fitter Geist dabei, den entscheidenden Schritt schneller zu sein als der Gegner. André Mücke jedenfalls ist überzeugt und freut sich nun, im Sommertraining neue Wege zu gehen.
red
