HOME > Historie

Historie

Tradition2

 

Eisarena_Lennestrasse

Eisarena Magdeburger Strasse

Tradition

Eisarena_Pieschener Allee

EnergieVerbund Arena

 

 

Die Eishockeytradition in der sächsischen Landeshauptstadt ist älter, als oftmals angenommen wird. Schon sehr frühzeitig, noch in der Übergangszeit vom Bandy zum Eishockey nahm 1909 mit dem Akademischen Sportklub eine Dresdner Mannschaft an einem Turnier in Berlin teil. Bei der 1. Deutschen Meisterschaft 1912 zählte der „ASC“ zu den Favoriten der eingeladenen Klubs, verzichtete jedoch auf eine Teilnahme. Erstmalig startet man 1934 bei der Endrunde der Deutschen Meisterschaft. Unter der Flagge vom STHC Blau-Weiß ging es in Schierke gegen VfL Rastenburg, Bobclub Erfurt, Berliner HC und Berliner EV. Ein zweites Mal erreichte man 1938 die Endrunde in Nürnberg.

Nach dem Krieg gehörte Dresden auf dem Territorium Ostdeutschlands zu den Eishockeypionieren der ersten Stunde. Bereits 1947 wurde auf den Tennisplätzen am Weißen Hirsch und im Waldpark die Puckjagd wieder eröffnet. Erste Heimstätte war die SG Striesen. Als BSG KWU gewann man 1951 in Geising den zum dritten Mal nach dem Krieg ausgespielten Sachsenmeistertitel. In den folgenden Jahren war Einheit-Süd, ab 1954/55 HSG Wissenschaft TH die dominierende Mannschaft in Dresden. Gespielt wurde auf Natureis in den Stadien an der Lennéstraße.

Mit dem Gewinn der Sachsenmeisterschaft qualifizierte sich Einheit-Süd für die Deutscher-Sportausschuß-Liga und gehörte für zwei Spielzeiten zu den besten sechs Mannschaften in der DDR. 1951/52 erfolgte die Austragung der Meisterschaftsspiele in der 1.Runde komplett auf dem Kunsteis der Berliner Werner-Seelenbinder-Halle. Ab der Saison 1952/53 wurde die höchste Spielklasse in Oberliga umbenannt. Zum Spiel gegen Weißwasser kamen 8.000 Zuschauer ins Stadion! Einheit-Süd konnte die Klasse nicht halten und spielte fortan in der 1. Liga. Infolge einer Ligen-Neustrukturierung 1955/56 rutschte Wissenschaft TH für eine Spielzeit in die 2.Liga ab. Zu Beginn des Spieljahres 1960/61 wurde die Mannschaft zum „SC Einheit“ delegiert. Kurz vor Jahresende 1960 erfüllte sich für die eissportverrückten Dresdner mit der Einweihung des neuen Freiluft-Kunsteisstadions an der Magdeburger Straße ein langersehnter Traum.

Am 6.Januar 1961 gab es das erste Länderspiel in Dresden – der Gegner war Norwegen (4:1). Besondere Höhepunkte waren die Spiele gegen Kanada, jeweils vertreten durch den Allan-Cup-Sieger (1963: Windsor Bulldogs 1:4, 1966: Drumheller Miners 2:3, 1969: Galt Hornets 3:5) und den damaligen Serienweltmeister UdSSR (1962: 0:10, 1965: 3:7). Dabei war das Stadion mit knapp 10.000 Zuschauern stets prächtig gefüllt. Im bisher letzten Länderspiel traf die DDR im April 1978 auf Finnland (2:8).

Den Wiederaufstieg in die 8er-Oberliga schaffte der SC Einheit 1964 und etablierte sich hier für die nächsten sechs Spieljahre. Pro Saison standen ca. 40 Pflichtspiele an. Gegen Erfurt und Karl-Marx-Stadt (Chemnitz) ging es in der Endabrechnung stets um die Plätze 6 bis 8. Das beste jemals erzielte Resultat datiert vom Dezember 1968. Hier gelang im Heimspiel ein 0:0-Unentschieden gegen den amtierenden Meister SC Dynamo Berlin (heute EHC Eisbären).

Mit einem skandalösen Beschluß und ohne Rücksicht auf die empörten Aktiven und Fans löste die Sportführung der DDR im Herbst 1970 die Eishockeysektionen in Crimmitschau, Rostock, Erfurt, TSC Berlin, Karl-Marx-Stadt (Chemnitz) und Dresden auf. So wurde die Eissporthalle ohne die Eishockeyspieler eingeweiht und eine leistungssportliche war Entwicklung über zwei Jahrzehnte unmöglich. Dank der alten Haudegen aus den 60er Jahren bleibt das Eishockey in Dresden erhalten. Nach langer Suche fanden sie in der BSG Kraftverkehr eine neue Heimstätte. Ende 1982 gab es nach zwölfjähriger Unterbrechung erstmals wieder ein offizielles Spiel. Meisterschaftsspiele gab es im Rahmen der alljährlich stattfindenden DDR-Bestenermittlung. Diese wurde in Turnierform ausgetragen. Austragungsort war Crimmitschau und „KvD“ nimmt zwischen 1984 und 1989 sechsmal daran teil. Mit Ausnahme des letzten Jahres (Dritter) belegte Dresden jeweils einen guten 2. Platz in der B-Gruppe.

Die politische Wende bereitete den Weg für einen neuen Aufschwung. Im April 1990 wechselten die „in die Jahre gekommenen“ Spieler zum neugegründeten ESC Dresden. Die Auftaktbegegnung unter neuem Namen war eine besondere: Im ersten deutsch-deutschen Vergleich nach mehr als 36 Jahren ging es gegen die TSG Darmstadt. Der Pflichtspielbetrieb fand fortan in der Sachsenliga statt. Aufgrund der veränderten Bedingungen war es ab sofort wieder möglich, Kinder für das Eishockey zu begeistern und eigenen Nachwuchs auszubilden.

In Vorbereitung des Spieljahres 1993/94 organisierte die „Initiativgruppe Eishockey 2000“ erstmalig Sponsoren und stellt eine schlagkräftige, leistungsorientierte neue Mannschaft zusammen. In den Folgejahren gewann der ESCD viermal die Sachsenmeisterschaft (1994, 1995, 1998, 1999). Der heißersehnte Sprung in den DEB-Bereich gelang in den anschließenden Qualifikationsspielen jedoch nicht. Die bayerischen Teams erweisen sich als zu stark.

In dem Bestreben, überregionales Eishockey zu organisieren, gründeten die Dresdner 1994/95 gemeinsam mit neun tschechischen Mannschaften die 1. Sächsisch-Böhmische Liga und spielten ein Jahr später in der Regionalliga Nordost. Das 1c-Hobbyteam verlässt 1997 den ESCD und gründet mit dem EHV Dresden „The Devils“ einen eigenen Verein. Besondere Motivation verlieh den Organisatoren der sensationell gute Zuschauerbesuch. So strömten zu den Sachsenligaspielen Ende der 90er-Jahre im Durchschnitt 1.300 Zuschauer, zu den Aufstiegsspielen sogar 2.300 in die Eissporthalle. Im März 1999 war das Stadion zum ersten Mal seit den 50er Jahren bei einem Meisterschaftsspiel wieder ausverkauft. Eine hervorragende Rolle spielte das Fanprojekt: Die „Eislöwen“ werden geboren und zeitgemäß eine erstklassige Internet-Homepage eingerichtet. Im schwierigen Jahr 1996 waren es vor allem die Fans, die mit tatkräftiger Unterstützung die Organisatoren ermutigten und aufforderten, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen. Für deutschlandweit großes Aufsehen sorgt auch das Spiel gegen ein DEL-Allstar-Team im Februar 1998. Die deutsche Eliteliga dokumentierte mit diesem Engagement ihr großes Interesse an einem Ligastandort Dresden. Sachsens Ministerpräsident Prof. Dr. Kurt Biedenkopf vollzog damals das Ehrenbully.

Im Juni 1999 vernahmen der Verein, die Fans und Sponsoren mit großer Freude die Einstufung der Eislöwen in die Oberliga Nord (dritthöchste Spielklasse). Eine großartige Anerkennung für die intensiven Anstrengungen der vorangegangenen Jahre – passend zum damaligen 90jährigen Dresdner Eishockey-Jubiläum.

Mit dem Start in der Oberliga Nord begann eine neue Ära im Dresdner Eishockey. Die durch das späte Nachrücken erst kurzfristig zusammengestellte Mannschaft schaffte auf Anhieb den Play-off-Einzug. Doch der schnelle Erfolg forderte seinen Tribut, noch in der darauffolgenden Saison musste die damalige Betriebsgesellschaft Insolvenz beantragen. Dank zahlreicher Enthusiasten und privater Geldgeber konnte eine neue GmbH gegründet werden, die den Spielbetrieb fortführte. Am Ende der Saison 00/01 schaffte es die mittlerweile stark zusammengewachsene Mannschaft bis ins Play-off-Halbfinale einzuziehen und dort eine spannende Serie gegen Crimmitschau zu absolvieren.

In der Saison 01/02 galt es vor allem, wirtschaftlich wieder auf die Beine zu kommen. Dennoch schaffte die neu zusammengestellte Mannschaft erneut den Play-off-Halbfinaleinzug. Ein Jahr später waren die Eislöwen dann gar knapp am Aufstieg dran, scheiterten jedoch im Finale gegen die Überraschungstruppe aus Weiden. In der Saison 03/04 sollte ein neuer Anlauf in Richtung 2. Bundesliga unternommen werden. Die Vorrunde lief beinahe optimal, doch in der Meisterrunde begannen die Eislöwen zu straucheln und schieden dann bereits im Viertelfinale gegen München aus.

Im Frühjahr 2005 war es dann aber endlich soweit: Die Eislöwen schafften das Unmögliche noch möglich zu machen und drehten einen 0:2-Rückstand nach Spielen in der entscheidenden Halbfinalserie gegen die Hannover Indians – die Dresdner Eislöwen stiegen erstmals in die 2. Bundesliga auf.

In der Saison 05/06 traute man seinen Augen kaum, als Aufsteiger standen die Eislöwen wochenlang an der Tabellenspitze und zogen am Ende gar nach einer tollen Serie gegen Landshut ins Play-off-Halbfinale ein, wo dann gegen Bremerhaven Schluss war. Auch in der zweiten Zweitligasaison spielten die Eislöwen lange Zeit vorn mit, rutschten dann aber kontinuierlich ab und mussten in die Play-downs, wo ausgerechnet die Lausitzer Füchse warteten. Die Mannschaft hatte den gut kämpfenden Weißwasseranern nur wenig entgegenzusetzen und musste den bitteren Gang in die Oberliga antreten.

Im Sommer 2007 folgte der Umzug in die neue Eisarena, wenn auch zunächst nur drittklassig. Die Eislöwen dominierten die Nordstaffel lange Zeit, gerieten dann allerdings etwas ins Straucheln. Doch rechtzeitig zu den Play-offs konnte der Schalter wieder umgelegt werden und gegen Kaufbeuren sowie Füssen gelang die direkte Rückkehr in die 2. Bundesliga. Der Start in die Saison 08/09 ging gleich am Anfang schief und die Eislöwen konnten in der 2. Bundesliga nur selten überzeugen. Am Ende stand man auf dem vorletzten Tabellenplatz, der vorzeitige Klassenerhalt war durch das Aus der Tölzer Löwen gesichert.

In der folgenden Serie sicherten sich die Dresdner Eislöwen durch Rang neun nach der Hauptrunde die Teilnahme an den Pre-Playoffs, schieden jedoch mit 1-2 gegen den Konkurrenten aus Weißwasser aus. Die Saison 2010/2011 ging als die erfolgreichste der letzten Jahre in die Geschichte ein. Nach der Vorrunde rangierten die Blau-Weißen auf einem starken sechsten Platz, spielten sich in den Playoffs mit überzeugenden Leistungen bis ins Halbfinale, wo die Wild Wings Schwenningen den Lauf der Dresdner allerdings nach vier Spielen stoppten. Weniger erfolgreich verlief die Saison 2011/2012, wo die Eislöwen als Vorrundenletzter in die Playdowns mussten, sich dort allerdings überzeugend durchsetzen konnten. Als Zehnplatzierter hingegen war in der Saison 2012/2013 aufgrund der Insolvenz der Hannover Indians bereits nach der Hauptrunde die Spielzeit beendet. Erfolgreicher verlief hingegen die Saison 2013/2014: Als Siebter sicherten sich die Eislöwen vorzeitig die Playoff-Teilnahme. Im Viertelfinale setzten sich die Starbulls Rosenheim allerdings mit 4:1 durch.