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Eissportclub Dresden feiert Jubiläum

15-04-28_ESCD

25 Jahre ist es her, dass nach einem Beschluss der obersten Sportführung der ehemaligen DDR in Auswertung der Olympischen Spiele 1988 von Calgary und Seoul der ESC Dresden als eigenständiger Wintersportklub aus dem SC Einheit Dresden herausgelöst wurde. Diesem Jubiläum werden im Jahresverlauf am hiesigen Eishockeystandort verschiedenste Aktionen und Veranstaltungen gewidmet. Neben einem Traditionsturnier der Altlöwen-Mannschaft und einem Vereinsfest ist beispielsweise auch eine exklusive Retro-Kollektion bestehend aus Trikot, Schal und Cap geplant.

Die politische Wende 1989/90 hatte den Weg für einen neuen Aufschwung im Eishockey bereitet, nachdem ein skandalöser Beschluss im Herbst 1970 für eine Auflösung der Eishockeysektionen u.a. auch in Erfurt, Rostock, Crimmitschau sowie beim TSC Berlin gesorgt hatte und es somit zum Abbruch der leistungssportlichen Entwicklung an diesen Standorten kam.

“Der Leistungssport war damals nicht mehr möglich. Die neue Eissporthalle wurde ohne die Eishockeyspieler eingeweiht. Wir alten Haudegen konnten nur noch hobbymäßig einmal die Woche auf das Eis und fanden erst einige Jahre später in der BSG Kraftverkehr eine neue Heimstätte. Über zehn Jahre gab es kein offizielles Spiel. Natürlich wollten wir 1990 als nunmehr wieder gewünschte Sportart und Mitglieder im neuen Eissportclub die Möglichkeit nutzen, um neue Strukturen für unseren Sport aufzubauen”, sagt Dresdens Eishockey-Urgestein Karl-Heinz Domschke, der gemeinsam mit seinem Bruder Christian zu den Enthusiasten gehörte. “Die Leidenschaft hat uns motiviert und tut dies bis heute. Mehr als zehn Leute, die im ersten Spiel als ESC Dresden dabei waren, spielen heute noch in der Altlöwen-Traditionsmannschaft”, sagt Domschke, der sich noch gut an die ersten deutsch-deutschen Vergleiche nach mehr als 36 Jahren gegen die TSG Darmstadt und den EHC Rottweil (Schwarzwald) erinnern kann. Der Pflichtspielbetrieb der neuen Eishockeymannschaft des ursprünglichen Mehrspartenvereins, der aus den Abteilungen Eisschnelllauf, Eiskunstlauf, Short Track und Tanzsport mit mehr als 400 Mitgliedern bestand, fand bis Ende der 90er Jahre ausschließlich im Amateurbereich, in der Sachsenliga, der Sächsisch-Böhmischen Liga sowie der Regionalliga Nordost statt. Von besonderer Bedeutung war, dass endlich wieder Kinder im eigenen Nachwuchs vom Eishockeysport begeistert und ausgebildet werden konnten.

Einen Meilenstein markierte im Frühjahr 1993 die “Initiativgruppe Eishockey 2000″. Die Sportfreunde Dr. Rainer Mund, Steffen Hofmann, Sven Rohrbach und Karl-Heinz Domschke gingen mit dem Ziel eine leistungsstarke Mannschaft aufzubauen auf Sponsoren- und Spielersuche und stellten eine schlagkräftige Mannschaft zusammen. Bemerkenswert war, dass Dresdner noch die Hälfte der Spieler bildeten. In den Folgejahren gewann der ESCD viermal die Sachsenmeisterschaft, scheiterte jedoch immer wieder in den Aufstiegsrunden zum überregionalen DEB-Bereich. Mit der Einstufung in die Oberliga Nord im Jahr 1999 begann mit dem Profi-Eishockey und wöchentlich zwei Meisterschaftsspielen von September bis Ende März eine neue Ära im Dresdner Eishockey. Trotz großen Engagement und Leidenschaft wurde der Verein in seiner Entwicklung immer wieder vor verschiedenste strukturelle und finanzielle Probleme gestellt. “Dank der unglaublichen Unterstützung von Partnern, dem engagierten Einsatz vieler ehrenamtlicher Sportfreunde und natürlich auch der begeisterungsfähigen Dresdner Fans haben wir jedoch immer eine Lösung gefunden und so über die Jahre viele emotionsreiche Momente erlebt”, sagt Domschke.

Doch nicht nur im Profibereich wurde in den vergangenen Jahren viel bewegt. Auch und besonders im Nachwuchs wurden wichtige Strukturen geschaffen. Neben dem hauptamtlichen Geschäftsführer Thomas Barth gestalten vier angestellte Trainer sowie zahlreiche Übungsleiter mittlerweile die Ausbildung der Eishockey-Talente am Standort. In verschiedensten Projekten in Kindergärten, bei Veranstaltungen oder nicht zuletzt beim jährlichen Eislöwen Kids Day werden immer wieder neue Kinder begeistert.

“Unser Standort hat bundesweit eine Bedeutung erlangt. Unsere Spieler werden regelmäßig in Auswahlteams berufen, was für eine gute Basisarbeit spricht. Das DNL2-Team hat sich in der neuen Liga in der abgelaufenen Saison gut etabliert, die Schüler haben den sofortigen Wiederaufstieg in die Bundesliga geschafft und nicht zuletzt konnten sich die Knaben den Meistertitel in der Ostdeutschen Meisterschaft sichern. Auf diese Entwicklung, insbesondere auf die mittlerweile fast 300 Kinder im Verein, können wir stolz sein”, sagt ESCD-Präsident Dr. Peter Micksch, der seit fünf Jahren die Geschicke des Vereins leitet und auch auf die Bedeutung des Regionalliga-Teams sowie der Abteilung Sledgehockey verweist. Herausragend ist hierbei, dass aktuell drei Sportler an der Sledgehockey A-WM in Buffalo teilnehmen. Auch international genießt der Eissportclub Dresden inzwischen wieder einen guten Ruf. Neben der Ausrichtung von Länderspielen (Norwegen, Russland & Weißrussland) fanden auch die U18 WM 2011 sowie die InlineHockey WM 2013 an der Elbe statt.

Der Fokus liegt dennoch auf der Ausbildung. “Gute Strukturen sind die Ausgangsbasis für eine gute Arbeit im Nachwuchs. Die Ausbildung der ersten Jahre kann man nicht wieder wettmachen. In dieser Zeit werden die Grundlagen gelegt”, sagt Eislöwen-Cheftrainer Thomas Popiesch, der als dienstältester Profitrainer am Standort Dresden auch im Stammverein viele Entwicklungen begleitet hat. “Gerade am Anfang war es nicht immer einfach, aber wir haben die Kommunikation gesucht und so eine Lösung gefunden. Es sollte immer unser Ziel sein, in jeder Altersklasse in den höchsten Ligen anzutreten. Das geht nur mit Konstanz, Leidenschaft und Geduld.” Um jungen Talenten einen zusätzlichen Ansporn zu schaffen, sollen ausgewählte Spieler künftig in Form eines Perspektivkaders an das Profiteam herangeführt werden. “Es geht um gemeinsame Trainingseinheiten, aber auch um die eine oder andere individuelle Zuwendung”, so Popiesch.